Im Krieg spähte eine Wache auf dem Hochwaldturm nach Feindfliegern


Der Hochwald ist bekannt für seine weite Aussicht. Auf dem Berg verläuft auch die deutsch-tschechische Grenze, weswegen nach dem Zweiten Weltkrieg ein Gebäude abgerissen wurde.

Der 749 Meter hohe Berg Hochwald im Zittauer Gebirge besitzt gleich zwei Gipfel – einen Nord- und einen Südgipfel. 370 Meter sind beide Kuppen voneinander auf dem Bergsattel entfernt. Über den südlichen Gipfel verläuft die Grenze zwischen Deutschland und Tschechien.

Erstmals erwähnt wird der Hochwald im Jahr 1787 als „Kreuzberg“ (Südgipfel) und „Glamscher Stein“ (Nordgipfel). 1854 eröffnet eine Baude – also ein Gasthaus – auf der tschechischen Seite des Südgipfels. Die Zahl der Besucher nimmt stetig zu. Deswegen wird 1891 die Baude um ein Restaurant auf der danebenliegenden deutschen Seite erweitert. 1938 erhält dieses zweite Gebäude, das sächsische Baude (Hochwaldbaude) genannt wird, seine heutige Form. Um das Jahr 1951 reißen tschechische Grenzer die böhmische Baude ab.

360-Grad-Blick

Auf dem Hochwald engagiert sich auch der Zittauer Gebirgsverein „Globus“. Im Jahr 1879 eröffnet er den hölzernen Carola-Turm auf dem deutschen Teil des Südgipfels, der jedoch 1891 wegen Baufälligkeit und Platzmangel wieder abgerissen wird. Als Ersatz entsteht auf der Nordkuppe im gleichen Jahr der heutige Hochwaldturm. Der Blick von dem 25 Meter hohen Aussichtspunkt reicht 360 Grad weit in die Ferne.

Aus einem Häuschen für den Kartenverkauf entsteht später die Hochwald-Turmbaude. Kurios: Auf dem Turm bezieht im Zweiten Weltkrieg eine Wache Stellung, um feindliche Flugzeuge im Anflug frühzeitig erkennen zu können.


Bewertung

Erlebnis: ★★★★★

Atmosphäre: ★★★★★

Geschichtsfaktor: ★★☆☆☆

Landschaft: ★★★★★

Abgeschiedenheit: ★☆☆☆☆

Abenteuer: ★★☆☆☆


Besichtigung

Es gibt mehrere Wandermöglichkeiten. An dieser Stelle wird die einfachste und vermutlich unschönste Variante auf der Asphaltstraße vorgestellt.

Strecke (einfach): 1 Kilometer (123 Höhenmeter)

Dauer: 20-40 Minuten

Kondition: etwas

Schwierigkeit: steile Strecke

Gefahren: keine

Beste Jahreszeit: immer



Wegbeschreibung

Anreise: Von Oybin kommend in südwestliche Richtung bis zum kleinen Ortsteil Hain fahren. Im Ort macht die Hauptstraße einen Knick nach rechts, dort befindet sich ein kostenpflichtiger Parkplatz.

Start und Ziel: Parkplatz

Weg: In südliche Richtung dem Hochwaldweg immer bergauf folgen. Auf dem Bergplateau zweigt der Weg nach links zum Turm ab.

Hinweise: Der Hochwaldturm wird tagsüber von einem Touristenshuttle (“Oybiner Gebirgsexpress“) von Oybin aus angefahren.


Weitere Informationen

Stand: 16.8.2020