“Ich bin ein Berliner”: Vor diesem Rathaus hielt John F. Kennedy seine berühmte Rede


Das Rathaus Schöneberg war während der deutsch-deutschen Teilung der Mittelpunkt der West-Berliner Politik und Schauplatz wichtiger Ereignisse. US-Präsident John F. Kennedy sprach dort die Worte “Ich bin ein Berliner”.

Vier Worte, die um die Welt gingen. „Ich bin ein Berliner“, sagte John F. Kennedy auf Deutsch bei seiner Rede am 26. Juni 1963. Die Menschenmenge jubelte. Schließlich hatte der Präsident die Unterstützung der USA für West-Berlin zugesichert. Erst zwei Jahre zuvor hatte die DDR die Berliner Mauer errichtet.

Kennedys Worte sind bekannt. Weniger geläufig ist der Ort, an dem er sie sprach – vor dem Rathaus Schöneberg. Es bildete während der deutsch Teilung das Zentrum der West-Berliner Politik. Darin tagten Abgeordnetenhaus und Senat. Der Regierende Bürgermeister hatte dort seinen Dienstsitz. In der Nachkriegszeit war das Rathaus Schöneberg daher – neben Kennedys Rede – Schauplatz weiterer markanter Ereignisse.

  • 21. Oktober 1950: Im 70 Meter hohen Rathausturm wird die „Freiheitsglocke“ aufgehängt. Sie geht auf eine Initiative der USA zurück. Man wollte im Kalten Krieg, in dessen Mittelpunkt Berlin stand, ein Zeichen für die Freiheit setzen. Mit Geldspenden (angeblich unterstützt von der CIA) wurde der Guss der Glocke bezahlt. Die Freiheitsglocke erklingt täglich um 12 Uhr und zu besonderen Anlässen.
  • 2. Juni 1967: Der Schah von Persien Mohammad Reza Pahlavi besucht West-Berlin. Dies löst Empörung aus. Vor dem Rathaus beginnt eine Demonstration. Im Lauf des Protestzugs kommt es zu Auseinandersetzungen. Ein Polizist tötet den Studenten Benno Ohnesorg.
  • 10. November 1989: Ein Tag nach dem Mauerfall strömen die Berliner vor das Rathaus. Bundeskanzler Helmut Kohl spricht zu der Menge, ebenso Altkanzler Willy Brandt, Außenminister Hans-Dietrich Genscher und der Regierende Bürgermeister Walter Momper. Gemeinsam singen sie anschließend die deutsche Hymne.
John F. Kennedy während seiner berühmten Rede vor dem Rathaus
John F. Kennedy während seiner berühmten Rede vor dem Rathaus (Foto: Robert Knudsen/White House/Public Domain)

Die Historie des Bauwerks beginnt 1911, als der Bau des Sandstein-Gebäudes begonnen wird. Nach der Fertigstellung 1914 fungiert es als Rathaus der Stadt Schöneberg. Im Zweiten Weltkrieg schlagen mehreren Bomben in das Gebäude ein. Der Luftschutzkeller wird getroffen. Bis zu 200 Menschen sterben.

In den letzten Kriegswochen 1945 beziehen Volkssturm und Hitlerjugend im Rathaus eine Verteidigungsstellung. Der heranrückenden Roten Armee haben sie wenig entgegenzusetzen. Nach dem Krieg wird der beschädigte Bau hastig in vereinfachter Form wiederaufgebaut. Ab dem Jahr 1949 ist das Rathaus der Mittelpunkt der West-Berliner Politik.

Aufnahmen für “Babylon Berlin”

Heutzutage beherbergt der Bau das Rathaus des Bezirks Tempelhof-Schöneberg. Im Inneren ist die Dauerausstellung „Wir waren Nachbarn“ zu sehen. Sie porträtiert jüdische Bürger des Stadtteils, die im Dritten Reich fliehen mussten oder getötet wurden.

Ab und zu drehen Filmcrews im Rathaus. Sie schätzen das repräsentative, teilweise holzverkleidete Interieur. Das Rathaus diente zahlreichen Filmen als Kulisse. Zu sehen war es beispielsweise in der Fernsehserie „Babylon Berlin“. Aufnahmen wurden in der Eingangshalle sowie im Restaurant Ratskeller im Ratshaus aufgenommen.


Bewertung

Erlebnis: ★★☆☆☆

Atmosphäre: ★★★☆☆

Geschichte-Faktor: ★★★★☆

Landschaft: ☆☆☆☆☆

Abgeschiedenheit: ☆☆☆☆☆

Abenteuer: ☆☆☆☆☆



Besichtigung

Die Eingangshalle des Rathauses kann besichtigt werden. Ebenso kann das Restaurant besucht werden.

Strecke: nach eigenem Ermessen

Dauer: nach eigenem Ermessen

Kondition: keine

Schwierigkeit: keine

Gefahren: keine

Beste Jahreszeit: keine


Wegbeschreibung

Anreise: In Berlin mit der U-Bahn oder dem Bus zur Haltesel “Rathaus Schöneberg” in unmittelbarer Nähe des Rathauses.

Start und Ziel: nach eigenem Ermessen

Weg: nach eigenem Ermessen

Hinweise: Es bietet sich ein Besuch des Rudolph-Wilde-Parks bzw. Volksparks Schöneberg-Wilmersdorf sowie des Flächendenkmals “Orte des Erinnerns” an.


Weitere Informationen

  • keine

Stand: 26.5.2021