Flugplatz Stölln: Die wahnsinnige Landung eines Düsenflugzeugs auf einer Wiese


Der Pilot des Flugzeugs vom Typ IL-62 leistete 1989 ein Husarenstück ab. Er landete den vierstrahligen Flieger sicher auf der viel zu kurzen Graspiste des Flugfelds Stölln. Die „Lady Agnes“ war ein Geschenk.

Am 23.10.1989 tauchte am Flugfeld in Stölln eine vierstrahlige Maschine vom Typ Iljuschin IL-62 am Himmel auf. Langsam flog sie heran, passierte einen Hügel, worauf der Pilot die Maschine nach unten drückte, um sofort gegenzusteuern. Die holprige Landung des Langstreckenjets auf der nur 850 m langen Graspiste glückte. Eine aus heutiger Sicht waghalsige Tat. Normalerweise benötigt eine IL-62 eine Bahn von 2500 Metern Länge.

Der Flieger war ein Geschenk der DDR-Fluglinie Interflug an die Stadt zu Ehren von Otto Lilienthal. Am nahen Gollenberg hatte der Flugpionier einen idealen Ort für seine Flugversuche gefunden. Von 1893 bis 1896 erprobte er dort den Flug durch die Luft, bis hinunter zum heutigen Stöllner Flugfeld. 1896 stürzte er bei einem Flugversuch ab und verstarb.

Das Flugzeug ist seit seiner Landung 1989 eine Attraktion auf dem Flugplatz. Es wurde nach Lilienthals Ehefrau „Lady Agnes“ getauft. Die IL-62 kann besichtigt werden und dient manchmal sogar als Standesamt.


Bewertung

Erlebnis: ★★★☆☆

Atmosphäre: ★★☆☆☆

Geschichtsfaktor: ★★☆☆☆

Landschaft: ★★★☆☆

Abgeschiedenheit: ★☆☆☆☆

Abenteuer: ☆☆☆☆☆


Besichtigung

Strecke (Rundweg): –

Dauer (Fußweg): –

Kondition: –

Schwierigkeit: –

Gefahren: –

Beste Jahreszeit: –



Wegbeschreibung

Anreise: Auf der Bundesstraße 102 bis nach Rhinow, dort in östliche Richtung einen Kilometer weiter bis zum Flugplatz. Dort auf den Parkplatz.

Start und Ziel: Parkplatz

Weg: keiner

Hinweise: In unmittelbarer Nähe befindet sich der Gollenberg, an dem Otto Lilienthal ums Leben kam.


Weitere Informationen

Stand: 14.5.2021